Kaffeemaschinen Odyssee

March 14th, 2008

Angeregt durch den Post zu Fridays Kaffeemaschine hab ich auch mal rekapituliert, was für Maschinen ich in den letzten jahren so ausprobiert habe. In Köln kann ich übrigens als Kaffee-Dealer die alteingesessene Rösterei Schamong wärmstens empfehlen.
Die erste “ernsthafte” Kaffeemaschine war 2000 ein Jura S70 Vollautomat. Extrem praktisch, weil man wirklich nur auf ein Knöpfchen drücken muss, und schon kommt unten Kaffee raus. Allerdings liegen sämtliche Vollautomaten die ich kenne geschmacklich irgendwo zwischen normalem Brühkaffee und richtigem Espresso aus einer Siebträgermaschine. Nicht besser als Omas Brühkaffee, nur anders, aber definitiv nicht so gut wie richtiger Espresso.

Nach 2 Jahren habe ich die Jura dann verkauft und eine Saeco mit dem Nespresso System gekauft. Prinzipiell sind die Nespresso Kapseln eine saubere Sache, und es gibt sie in vielfältigen Sorten. Allerdings reicht auch dieses System nicht an den geschmack von Siebträger-Espresso heran und meiner Meinung nach wird die Crema durch chemische Mittel in den Nespresso-Kapseln erzeugt. Lasse mich da aber gerne eines besseren belehren.

Ergänzt wurde die Saeco mit einem Siemens Brühautomaten, meiner tollen Elfer Kaffeemaschine. Die brüht zwar leider auch nur auf einem Topf und nicht auf sechs, aber das Gerät werde ich mit Sicherheit lange behalten. Macht halt guten Kaffee und sieht super aus. Designklassiker.

Die Saeco Nespresso kam dann nach 1 Jahr auch wieder weg.

Seit ein paar Wochen habe ich nun eine “richtige” Siebträger Espressomaschine. Die Wahl fiel auf eine Isomac Giada. Naja, was soll ich sagen. Italienische Ingenieurskunst. Der Vergleich zu einem Ferrari drängt sich förmlich auf. Klassische und elegante Optik, die sich selbst in der zusammengestückelten Küche meiner alten Wohnung gut gemacht hat (siehe Foto). Die Technik “unter der Haube” erscheint mir aber recht anfällig und die Usability lässt an einigen Stellen auch zu wünschen übrig.

Isomac Giada


So tropft die Maschine gerne mal vor sich her, auch wenn gerade kein Kaffee oder Dampf bezogen wird. Das Weißblech-Gitter unter dem Auslauf rescheint eine recycelte Tomatensaucen-Dose zu sein und die Dampf-Lanze ist definitiv zu kurz, als das man damit bequem Schaum zubereiten könnte. Da macht die Gastroback Espressomaschine aus deutschem Hause schon einen wesentlich besseren Eindruck. Die Lanze ist lang genug, das Gitter ist so geformt, dass der tropfende Kaffee auch wirklich abfließt, die Maschine verfügt über eine Vorbrühfunktion, usw. usf. Wenn sie nicht so nüchtern-technisch aussehen würde, hätte ich die Isomac wohl schon wieder verkauft und mir die Gastroback zugelegt. Aber der Fahrer eines veralteten und anfälligen Ferrari 355 verkauft sein Auto wohl auch nicht, um sich einen technisch überlegenen, viel schnelleren Elfer in die Garage zu stellen.

Einen Tip habe ich noch für Benutzer von Siebträgermaschinen. Drückt die Taste für den Espressobezug einmal kurz für eine halbe bis eine Sekunde, sodass der Espresso im Sieb angefeuchtet wird. Dann wartet ein paar Sekunden und lasst erst dann den Espresso durchlaufen. Durch dieses Vorbrühen wird der Geschmack noch besser.

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